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18.01.10 12:13 Alter: 231 days

Neues Asyl für Fundtiere

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Lohrer Tierschutzverein übernimmt die Unterbringung der Tiere aus Gemünden

Lohrer Tierschutzverein übernimmt die Unterbringung der Tiere aus Gemünden

Die Stadt Gemünden beschreitet in Sachen Tierschutz neue Wege. Ab sofort ist das Tierheim Lohr für alle Fundtiere im Bereich der Stadt zuständig. Der bestehende Vertrag mit dem Tierschutzverein Karlstadt war hinfällig geworden, nachdem sich der Verein im Dezember überraschend aufgelöst hatte. Unklar ist, ob der aufkeimende Ärger in Gemünden zu dem Auflösungsbeschluss beigetragen hat. Seit Juni hatte sich eine Gruppe Bürger darum bemüht, über die Stadtverwaltung nähere Auskünfte zum Umgang mit den Fundtieren zu erhalten (wir berichteten). „Es ist ein schwieriges Thema und es hat in der Vergangenheit Probleme gegeben. Daher sind wir froh, nun eine bessere Lösung für die Stadt Gemünden gefunden zu haben“, sagte Bürgermeister Georg Ondrasch. Eine bessere Lösung, weil der Tierschutzverein Lohr der einzige im Landkreis Main-Spessart sei, der über ein eigenes Tierheim verfügt. Auch wenn die Kapazitäten begrenzt sind, maximal 15 Hunde finden gleichzeitig Platz, hätten die Fundtiere zumindest sofort ein Dach über dem Kopf und müssten nicht erst langwierig privat vermittelt werden. „Außerdem gibt es qualifiziertes Personal, das sich um die Tiere kümmert“, so Ondrasch.

Erreichbar ist der Tierschutzverein Lohr während der Öffnungszeiten des Wally-Bangert-Tierheims, die künftig in dieser Zeitung und im Mitteilungsblatt der Stadt veröffentlicht werden. Sollte es außerhalb der Öffnungszeiten zu einem Notfall kommen, wird die Bevölkerung gebeten, sich mit der Polizei in Verbindung zu setzen. „Diese Zusammenarbeit hat bislang hervorragend geklappt“, bestätigt Alexandra Legler, zweite Vorsitzende des Tierschutzvereins Lohr. Auf Wartezeiten einstellen

Was die Fundtiere anbelangt, so ist der Tierschutzverein Lohr für deren Unterbringung und medizinische Versorgung zuständig. Bei der Unterbringung von Abgabetieren sieht das etwas anders aus. „Natürlich werden wir immer versuchen, eine Lösung zu finden. Aber es kann sein, dass sich Menschen, die ihr Tier abgeben wollen, auf Wartezeiten einstellen müssen“, sagt Legler. Hintergrund ist, dass die Kapazitäten des Tierheims Lohr beschränkt sind. Zwar hat der Verein erst 2003 ein neueres, größeres Heim errichtet, in Anbetracht der ständig wachsenden Zahl herrenloser Tiere im Landkreis ist der Neubau aber immer noch nicht groß genug. „Wir hätten damals gerne größer gebaut, finanziell war das jedoch nicht möglich“, sagt Legler.

Auf die Stadt Gemünden kommen durch die neue vertragliche Regelung höhere Kosten zu. Die Summe von rund 1000 Euro, die bislang an den Tierschutzverein Karlstadt gezahlt wurde, wird sich nahezu verdoppeln. Eine Pauschale von 20 Cent pro Einwohner geht an den Tierschutzverein. Das sind pro Jahr rund 2200 Euro. „Wir haben damit eine vernünftige Lösung und daher auch sofort gehandelt. Wir befinden uns jetzt in einer deutlich besseren Situation“, so Ondrasch.

Was passiert mit den Zwingern?

Unklar ist noch, was mit den beiden Zwingern passiert, die auf dem Gelände des Bauhofs stehen. Sie wurden von Tierschutzverein Karlstadt für die Unterbringung der Fundtiere genutzt. Einer derbeiden Zwinger ist Eigentum der Stadt Gemünden, der andere gehört dem Tierschutzverein Karlstadt. „Wir befinden uns diesbezüglich noch in Verhandlungen“, so Hubert Breitenbach von der Stadtverwaltung. Denkbar wäre, dass das Tierheim Lohr den oder die Zwinger in Zukunft weiter nutzen könnte. Der Tierschutzverein Karlstadt muss bis zum Ende dieses Monats seine auf dem Bauhof verbliebenen Habseligkeiten entfernen. (main post)




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